Radiologie in Deutschland. Ein Weißbuch

Worüber reden wir eigentlich, wenn wir über Radiologie in Deutschland sprechen? 15 Radiologinnen und Radiologen, Medizinphysiker und Medizinisch-Technische Radiologie-Assistentinnen und -Assistenten (MTRA) sind auf Initiative der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) dieser Frage über einen Zeitraum von rund 18 Monaten nachgegangen. Entstanden ist aus einem gemeinsamen Forschungs-, Workshop- und Redaktionsprozess die Publikation „Radiologie in Deutschland. Ein Weißbuch“.

Weißbücher liefern in der Regel fachliche Perspektiven, konkrete Vorschläge und Prognosen in einer eher funktional-nüchternen Darstellungsform. Die Publikation „Radiologie in Deutschland. Ein Weißbuch“, herausgegeben von der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG), geht inhaltlich und stilistisch weit darüber hinaus. Als Anthologie bietet sie, neben der Vorstellung des Status Quo und eines fachbezogenen Ausblicks, vor allem eine Art radiologischer „Blütenlese“. Ausgedehnte Bildstrecken geben zudem außergewöhnliche Einblicke in die Welt der Radiologie mit ihren vielen bildgebenden Verfahren. „Wenn man das Buch aufschlägt, springt einem als erstes die Gestaltung ins Auge. Die Radiologie mit ihren bildgebenden Verfahren wird hier natürlich auch in Bildern repräsentiert – nahezu die Hälfte des Buches nimmt das ein. Das zeichnet ja auch die Medizin insgesamt aus: der Mensch im Zentrum und die Orientierung am Bild, an der Topografie, an der Anatomie“, erläutert Prof. Dr. Stefan O. Schönberg, stellv. Präsident der DRG.

Die Autoren

Prof. Dr. Jörg Barkhausen (Lübeck), Prof. Dr. Michael Bock (Freiburg), Vera Breier (Hannover), Prof. Dr. Angela Geissler (Stuttgart), Univ.-Prof. Dr. Elke R. Gizewski (Innsbruck), Prof. Dr. Thomas Hackländer (Wuppertal), PD Dr. Thekla von Kalle (Stuttgart), Dr. André Lachnitt (Altscherbitz), Prof. Dr. Rotem S. Lanzman (Mülheim), Dipl.-Ing. Horst Lenzen (Münster), Dr. Stefan Neumann (Bremen), Dr. Thekla H. Oechtering (Lübeck), Dr. Christian Rosenberg (Berlin), Prof. Dr. Lale Umutlu (Essen), Michael Wiertz (Aachen)


Den ganzen Menschen im Blick

Die Beiträge der Autorinnen und Autoren aus der klinischen und wissenschaftlichen Praxis eröffnen ein weites Spektrum an Themen sowie textlichen und grafischen Darstellungsformen. Sie alle wollen nicht nur Orientierung und Anstöße geben, sondern auch die Menschen hinter dem Fach Radiologie zeigen. Hier schreiben Radiologinnen und Radiologen, Medizinphysiker sowie Medizinisch-Technische Radiologie-Assistentinnen und -Assistenten (MTRA) über ihre Arbeit mit und für Patienten. Sie wenden sich damit gleichermaßen an Laien wie an Profis. Dr. Stefan Lohwasser, DRG-Geschäftsführer: „Vor allem liefern die Texte und Bilder Einblicke von denjenigen, die Radiologie in Deutschland täglich in ihrer Arbeit gestalten. Und dafür ist so ein Weißbuch wichtig: dass die Radiologie einmal ihre Geschichte erzählt, aus den unterschiedlichsten Perspektiven und Arbeitskontexten heraus. Diese radiologische Vielfalt der Menschen, Themen und Positionen kann Grundlage und Ausgangspunkt sein, um ins Gespräch zu kommen – untereinander, aber besonders auch mit allen anderen.“

Das Buch ist in drei Kapitel gegliedert, die jeweils mit einer fachlichen Einführung beginnen und in der Folge Namensbeiträge versammeln. Das erste Kapitel „Funktion. Den ganzen Menschen im Blick“ stellt die Radiologie als ein Fach zwischen Mensch, Technik und Versorgung vor. Als Querschnittsdisziplin und zugleich hochspezialisierte Medizin setzt die Radiologie bildgebende Verfahren zu Früherkennung, Diagnostik und Therapie ein und arbeitet dabei auch mit Strahlentherapie und Nuklearmedizin zusammen.

Auch im zweiten Kapitel „Struktur. Vielfalt und Teamwork“ stehen die Menschen im Mittelpunkt. Teamwork in der Radiologie bedeutet zweierlei: Zum einen braucht es die Zusammenarbeit der drei Berufsgruppen. Zum anderen arbeiten Radiologinnen
und Radiologen in interdisziplinären Teams und Netzwerken.

Im dritten Kapitel „Entwicklung. Perspektiven und Herausforderungen“ geht es um die Zukunft der Radiologie. Seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen war und ist die Radiologie einer der Motoren des technischen und medizinischen Wandels. Schlagworte wie Big Data, Künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin bzw. Präzisionsmedizin werden hier in Bezug auf die Radiologie erläutert. „Wissensvermittlung gehört für mich ganz zentral zur Radiologie. Aus dieser Wissensvermittlung hat sich ein ganz neuer Dialog mit anderen Fachgruppen, mit Ärztinnen, aber auch mit Nichtärzten entwickelt. Das ist in den Beiträgen in der vollen Breite abgebildet“, so Schönberg.

Radiologie in Deutschland. Ein Weißbuch
Deutsche Röntgengesellschaft e.V. (Hrsg.)
Berlin, 2019
ISBN 978-3-00-062663-0
39 Euro / 29 Euro (DRG-/ VMTB-/ DGMP-/ DGNR-/ GPR-Mitglieder)

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