CHARITE BERLIN

Neue Forschungsgruppe der DFG zu Tumor-Elastografie gegründet

Wie entwickeln sich Tumoren und Metastasen? Was lässt sie therapieresistent werden? Diesen Fragen will eine neue Forschungsgruppe an der Charité – Universitätsmedizin Berlin nachgehen, indem sie das neue bildgebende Verfahren der Tomoelastografie nutzt. Gefördert wird das Vorhaben jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG.

Der farbige Einschub zeigt die akustischen Wellen der MRE, aus denen die Steifigkeit des Gewebes berechnet wird. MRT-Aufnahme des Oberkörpers eines gesunden Freiwilligen. Der farbige Einschub zeigt die akustischen Wellen der MRE, aus denen die Steifigkeit des Gewebes berechnet wird. © Charité | Ingolf Sack Bei der Bildung eines Tumors verändert Körpergewebe seine Konsistenz, wechselt zum Beispiel von weich-viskosen zu hart-rigiden Zuständen. Hierfür üben Zellen Kräfte aus und werden gleichzeitig von Kräften beeinflusst. Welche mechanisch-physikalischen Prozesse dahinterstecken, untersucht nun die Forschungsgruppe „Multiskalen-MR-Elastografie bei Krebs zur Erforschung der mechanischen Nische der Tumorbildung und Metastasierung für eine verbesserte Tumordiagnostik“ unter Leitung von Prof. Dr. Ingolf Sack von der Klinik für Radiologie der Charité. Ihr Ziel ist es, Tumore besser diagnostizieren zu können.

Die Tomoelastografie ist ein an der Charité entwickeltes diagnostisches Verfahren, mit dem sich die mechanischen Eigenschaften von Körpergewebe erfassen lassen. Dabei werden Patient:innen mit dem MRT untersucht und währenddessen für etwa fünf Minuten mit akustischen Wellen unterschiedlicher Frequenz beschallt. So kann die Ausbreitung von mechanischen Wellen im Gewebe sichtbar gemacht und Veränderungen der viskoelastischen Eigenschaften dargestellt werden.

Mit farbiger Darstellung der Gewebesteifigkeit (von blau = weich bis rot = sehr steif). Die Leber (grün) ist weicher als die Milz (gelb-rot). MRE-Ergebnisse des MRT-Bilds. Mit farbiger Darstellung der Gewebesteifigkeit (von blau = weich bis rot = sehr steif). Die Leber (grün) ist weicher als die Milz (gelb-rot). © Charité | Ingolf Sack Laufzeit:
11/2023 bis 11/2027 (erste Förderperiode)

Kooperationspartner:
Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), Universität Leipzig, Technische Universität Dresden

veröffentlicht am Dienstag, 21. November 2023