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Freund, Leopold PDF Drucken E-Mail

Prof. Dr.
Leopold Freund
1868-1943

Anwendung der Röntgenstrahlen für die Therapie
Professor für Medizinische Radiologie in Wien

Nach seiner Ausbildung in Wien wurde Freund Assistent an der Universitätsklinik für Geschlechts- und Hautkrankheiten in Wien. Er war der erste Arzt, der die Röntgenstrahlen zu therapeutischen Zwecken anwandte. Damit wurde er zum Begründer der Strahlentherapie. Er bestrahlte den Tierfellnävus (eine Fehlbildung der Haut) auf dem Rücken eines fünfjährigen Mädchens mit einer Dosis, die zu dem erwünschten Haarausfall dieses Nävus führte. Dieser erste Versuch der Strahlentherapie war Anlaß zur Anwendung ionisierender Strahlen, auch bei bösartigen Tumoren. 1903 gab Freund das Buch "Grundriß der gesamten Radiotherapie für praktische Ärzte" heraus, in dem alle damals vorhandenen Erkenntnisse über die Strahlentherapie und Strahlenbiologie zusammengefaßt waren.

Seine Forschungsarbeiten zur Dosisbestimmung der Röntgenstrahlen beruhten auf dem Ausmaß der mit der Strahlenwirkung einhergehenden Hautrötung.

Freund empfahl auch den Einsatz der Röntgenstrahlen zur Materialprüfung und in der Bauindustrie. In Anerkennung seiner Leistungen wurde von der österreichischen Radioonkologie eine Leopol-Freund-Medaille gestiftet, die an verdienstvolle Radioonkologen verliehen wird.

P. Gerhardt