Erstes Strahlenschutzgesetz verabschiedet

Erstmalig wurden die Vorgaben zum Strahlenschutz in einem Gesetz gebündelt. Bisher waren diese in der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung geregelt. Anlass ist eine EU-Richtlinie (Euratom 2013/59), die mit dem Strahlenschutzgesetz in das deutsche Recht übernommen wurde. Neben bereits bekannten Inhalten finden sich darin auch neue Vorgaben, die Radiologen und Medizinphysiker betreffen. Dazu gehört der Einsatz von radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung zur individuellen Früherkennung von Krankheiten. Bislang durfte Röntgenstrahlung zur Früherkennung ausschließlich im Brustkrebsscreening eingesetzt werden – künftig sind auch andere radiologische Vorsorgeuntersuchungen denkbar. Für individuelle Früherkennung ist aber eine Genehmigung notwendig.

Im nächsten Schritt müssen noch detaillierte Verordnungen erarbeitet werden, beispielsweise für gerätetechnische und personelle Anforderungen oder die Qualitätssicherung oder auch die wissenschaftliche Risiko-Nutzen-Bewertungen für zulässige Untersuchungen. Für die Teleradiologie gilt weiterhin, dass die technische Untersuchung durch eine Person erfolgen muss, die die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, also MTRA.

Mit dem Gesetz werden Dosismanagementsysteme, besonders für CT und Interventionen, notwendig.  Hinzu kommt eine Meldepflicht  für Dosisüberschreitungen. Für Optimierungen in den Bereichen CT und Interventionen müssen künftig Medizinphysikexperten bereitstehen.

Die Neuregelungen, welche Radiologie und Medizinphysik betreffen, treten Ende 2018 in Kraft, da hier zuvor noch detailliertere Rechtsverordnungen erarbeitet werden.

Den genauen Wortlaut lesen Sie im Bundesgesetzblatt.

veröffentlicht am Donnerstag, 6. Juli 2017