Erstes Strahlenschutzgesetz verabschiedet

Erstmalig wurden die Vorgaben zum Strahlenschutz in einem Gesetz gebündelt. Bisher waren diese in der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung geregelt. Anlass ist eine EU-Richtlinie, die mit dem Strahlenschutzgesetz in das deutsche Recht übernommen wurde. Neben bereits bekannten Inhalten finden sich darin auch neue Vorgaben, die Radiologen und Medizinphysiker betreffen. Dazu gehört der Einsatz von Stoffen oder ionisierender Strahlung zur individuellen Früherkennung von Krankheiten. Bislang durfte Röntgenstrahlung ausschließlich im Brustkrebsscreening eingesetzt werden – künftig sind auch andere radiologische Vorsorgeuntersuchungen denkbar. Der Nutzen muss hierbei das Risiko der eingesetzten Strahlenmenge überwiegen.

Mit dem Gesetz wird zudem eine Meldepflicht für Dosisüberschreitungen eingeführt. Für Optimierungen in den Bereichen CT und Interventionen müssen künftig Medizinphysikexperten bereitstehen.

Die Neuregelungen, welche Radiologie und Medizinphysik betreffen, treten Ende 2018 in Kraft, da hier zuvor noch detailliertere Rechtsverordnungen erarbeitet werden.

Den genauen Wortlaut lesen Sie im Bundesgesetzblatt.

veröffentlicht am Donnerstag, 6. Juli 2017