Statement der Fachgesellschaft

E-Health-Gesetz: Die Richtung stimmt!

Stellungnahme der Deutschen Röntgengesellschaft e.V. zum aktuellen Referentenentwurf

 Berlin, Februar 2015. Die Deutsche Röntgengesellschaft begrüßt das im Referentenentwurf vorliegende E-Health-Gesetz der Bundesregierung (Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesund­heitswesen). „Der Ausbau und die gesetzliche Verankerung der Telemedizin ist versorgungspolitisch dringend geboten. Die im aktuellen Entwurf angelegte konsiliarische Zweitmeinung  begrüßen wir außerordentlich. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass die Bildgebung (besonders CT und MRT) für die Patientenversorgung immer wichtiger wird, zugleich aber auch die Befundung des Bildmaterials immer komplexer wird. Der geregelte, vergütete Austausch von Daten und die noch zu regelnde Vergütung für die telemedizinische Zweitbefundung durch externe Spezialisten ist ein richtiger Schritt, der besonders Tumorpatienten zugutekommen wird“, erklärt Prof. Dr. med. Norbert Hosten (Greifswald), Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft e.V. Aktuell steht die Fachgesellschaft, die knapp 8.000 Radiologen und ihre wissenschaftlichen Belange vertritt, im Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium zur Klärung von Detailfragen des Entwurfes.

 Die Radiologie ist als bildgebende Disziplin der Medizin seit jeher Vorreiter telemedizinischer Entwicklung. „Um die Röntgenverordnung (RÖV), die unter anderem den Austausch von Bilddaten regelt, werden wir weltweit beneidet“, so Norbert Hosten. Vielerorts gibt es bereits teleradiologische Netzwerke, die sowohl für Zweitmeinungen als auch für die Notfallversorgung außerhalb der Kernarbeitszeiten der Kliniken genutzt werden. Mit der Einführung eines sicheren Kommunikationsstandards, der sogenannten DICOM-Mail, hat die Deutsche Röntgengesellschaft die technische Basis des Datenverkehrs gelegt. In Kooperation mit der Integration the Healtcare Enterprise Deutschland  (IHE-D) arbeitet die Fachgesellschaft aktuell an der Schaffung herstellerunabhängiger teleradiologischer Standards.

veröffentlicht am Donnerstag, 29. Januar 2015