Gesundheitspolitik

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Die Stellung der Radiologie in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung nach § 116b SGB V

 Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG), welches zum 01.01.2012 in Kraft getreten ist, hat der Gesetzgeber die bisherige „ambulante Behandlung im Krankenhaus“ nach § 116b SGB V durch die „ambulante spezialfachärztliche Ver­sorgung“ (ASV) abgelöst, die als neue sek­torenübergreifende Versorgungsform nun eine Zusammenarbeit von niederge­lassenen Vertragsärzten und Kranken­häusern unter gleichen Voraussetzungen und Teilnahmebedingungen vorsieht.

Zur Konkretisierung der Er­krankungen und zur Bestimmung des Be­handlungsumfanges ist nach § 116b Abs. 4 SGB V der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) beauftragt worden. Mittlerweile hat der G-BA mit dem Be­schluss der „Anlage 2 a) Tuberkulose und atypische Mykobakteriose“ vom 19.12.2013 und dem Beschluss der „Anla­ge 1 a) onkologische Erkrankungen – Tu­morgruppe 1: gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle“ vom 20.02.2014 erste Konkretisierungen vor­genommen. Als nächste Erkrankungen sind im Bereich der Onkologie die gynäko­logischen Tumoren, einschließlich des Mammakarzinoms und rheumatologi­sche Erkrankungen in Vorbereitung.

Die ASV erfordert eine Zusammenarbeit der beteiligten Ärzte im Rahmen eines in­terdisziplinären Teams und den Abschluss von Kooperationsverträgen zwischen den Ärzten untereinander und mit den beteiligten Kran­kenhäusern. Zur Umsetzung der ASV wur­den im Rahmen der ASV-RL durch den G-BA eigenständige Organisations- und Kooperationsvorgaben geschaffen, die nur für diesen Leistungsbereich gelten und von den beteiligten Leistungserbrin­gern zu beachten sind, um die Teilnahme­voraussetzungen der ASV zu erfüllen.

Als problematisch wird seitens der Deut­schen Röntgengesellschaft empfunden, dass das Fachgebiet der Radiologie, durch den G-BA im Rahmen der bisherigen Konkretisie­rungen (gastrointestinale Tumoren, Tu­berkulose) nur als hinzuzuziehendes Fachgebiet aufgenommen worden ist. Diese Form der Einbeziehung der Radiolo­gie innerhalb des interdisziplinären Teams hat zur Folge, dass eine unmittelba­re Beteiligung der radiologischen Diag­nostik bei diesen Erkrankungen nicht mehr gegeben ist und die Inanspruchnah­me nur im Rahmen eines Definitions- oder Indikationsauftrages möglich ist, der dem Radiologen kaum Therapieoptionen belässt. Bei den aktuell zur Beratung an­stehenden gynäkologischen Tumoren be­steht die Gefahr, dass der Radiologe auch für das Mammakarzinom nur als hinzuzu­ziehendes Fachgebiet definiert wird, ob­wohl die Diagnostik dieser onkologischen Erkrankung zum Kernbereich der Radio­logie gehört.

Die Deutsche Röntgengesellschaft hat sich daher an den G-BA gewandt und Vorschläge unterbreitet, wie eine medizinisch sinnvolle Einbeziehung des Radiologen in das interdisziplinäre Team erfolgen sollte. Auf dieser Seite können Sie zu Ihrer Information

-        das Schreiben der DRG an den G-BA ,

-        Checklisten für Kooperationsverträge in der ASV und

-        den Beitrag zur ASV-Gesamtthematik (RöFo-Beitrag 08/2014)

 herunterladen. Bei Fragen zu der Thematik können Sie sich gerne an mich wenden.


Prof. Dr. Peter Wigge
Justiziar der DRG
 
Rechtsanwälte Wigge
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Telefon: +49 251 53595-0
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veröffentlicht am Dienstag, 15. Juli 2014