CAFRAD - Themen, Ziele und Benefits des Chefarztforums

Das Chefarztforum der Deutschen Röntgengesellschaft wurde im Mai 2008 von Prof. Dr. Günter Layer und Prof. Dr. Peter Reimer ins Leben gerufen. Es hat sich seit seinem Start als eine unverzichtbare Plattform für den Erfahrungsaustausch unter Chefärzten in der Radiologie etabliert, die sich der Weiterentwicklung der Radiologie in Klinik und Krankenhaus verpflichtet fühlen.

Themen und Steuerung

Ziel des Forums ist die kollegiale Vernetzung radiologischer Chefärztinnen und Chefärzte und  ein intensiver Informationsaustausch in den Bereichen Ökonomie, Personalentwicklung, Weiterbildung, Rechtsthemen, Prozessen und Qualität. Dazu finden zweimal jährlich ganztägige interne Arbeitssitzungen statt und eine für alle Interessierten offene Veranstaltung auf dem Röntgenkongress. Zudem stehen den Teilnehmern eine vollständige Mitglieder-Datenbank und ein Online-Diskussionsforum zur Verfügung.

CAFRAD ist keine Arbeitsgemeinschaft der DRG, auch kein eingetragener Verein, sondern ein Interessensverbund unter dem Dach der DRG. CAFRAD organisiert sich mit Unterstützung der DRG-Geschäftsstelle selbst. Auf Firmenunabhängigkeit legen wir besonderen Wert. Die Haupt-Arbeitsbereiche des CAFRAD werden innerhalb der Steuerungsgruppe derzeit durch die folgenden Kollegen repräsentiert:

Organisation und Außenvertretung P. Reimer, Karlsruhe
Benchmarking und Ökonomie                   

P. Reimer, Karlsruhe

J. Petersein, Bad Saarow

Prozesse, Qualität, Leistungsbewertung                                   M. Cohnen, Neuss
Personalentwicklung und Weiterbildung  W. Krings, Paderborn
Rechts-Themen, RöV                                  

H. Helmberger, München

G. Layer,  Ludwigshafen

Kommunikation, Internet

P. Landwehr, Hannover


Motivation und Schwerpunkt Wirtschaftlichkeitsüberlegungen

Die primäre Motivation zur Vernetzung von radiologischen Chefärzten war der zunehmende ökonomische Druck, der auf diese Entscheidungsträger durch Geschäftsführungen, oft unter Mithilfe externer Beratungsinstitute ausgeübt wird. Externe Berater konfrontieren uns viel zu oft mit dubiosen Ansätzen zur Leistungserfassung und -bewertung und resultierenden Personalbedarfsberechnungen.  Ziel der ökonomischen Analyse und Darstellung der klinischen Radiologie war daher die vollständige und leistungsgerechte Erfassung und Darstellung aller Leistungen radiologischer Abteilungen und Kliniken. Rasch reifte die Erkenntnis, dass bisher genutzte Vergleichszahlen regelhaft nicht nachvollziehbar sind und die Quellen nicht offen gelegt werden. Deshalb hat sich das CAFRAD entschlossen, mit wissenschaftlicher Begleitung durch Prof. Dr. Jörg Schlüchtermann (Bayreuth) einen eigene Datenbank und einen eigenen Benchmark zur Beurteilung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit klinisch-radiologischer Abteilungen zu entwickeln. Dazu werden mittels eines abgestimmten Erfassungsbogens seit 2009 jährlich auf freiwilliger Basis Daten erhoben und ausgewertet. Jedem Teilnehmer stehen seine eigenen Daten zur Verfügung. Die übrigen Daten sind anonymisiert.

Eine wesentliche Erkenntnis war, dass die uneinheitliche Leistungsdokumentation einen signifikanten Einflussfaktor darstellt, weshalb auf eine Abstimmung der Leistungsdokumentation besonderen Wert gelegt wird. Das CAFRAD hat daher einen Leistungskatalog auf GOÄ-Basis zusammengestellt. Er bildet die Grundlage für das Ökonomie-Benchmarking.

Es muss betont werden, dass es beim Benchmark und den dafür notwendigen „Umfeldarbeiten“ nicht darum geht, den „Superstar der deutschen Radiologie“ zu küren, sondern darum, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen zu lernen, Erfahrungen in das eigene Arbeitsumfeld zu integrieren und die Beratungsleistung Verwaltungen gegenüber zu optimieren, ggf. auch externe Berater kritisch zu begleiten.

Weitere Benefits des Netzwerks

In der eigenen Prozessoptimierung muss nicht jedes Rad neu erfunden werden. SOP und Klinische Pfade können oft aus der Erfahrung anderer adaptiert werden; qualitätssichernde Prozesse, Zertifizierungen und ähnliches können von Kollegen unterstützt werden. Wir werden zukünftig mehr und mehr daran gemessen werden, welchen „Nutzen“ unsere medizinischen Verfahren im Hinblick auf die Prognose unserer Patienten nachweisen. Daher müssen wir uns nachhaltig mit Themen wie „Registerarbeit“ auseinandersetzen.

Chefärzte haben wegen ihrer Organisationsverantwortung einen hohen Bedarf an Informationen zu allen Rechtsvorschriften, Verordnungen, Leitlinien etc. Diese werden im Rahmen des Forums gesammelt, referiert und auf einer Datenbank dauerhaft und übersichtlich zur Verfügung gestellt.

Das CAFRAD Diskussionsforum im Internet steht nur den eingetragenen Mitgliedern passwortgeschützt zur Verfügung und dient allein dem internen, vertraulichen und kollegialen Meinungsaustausch. Das Copyright der Beiträge liegt ausschließlich bei dem jeweiligen Verfasser. Veröffentlichungen bzw. anderweitige Nutzungen der Beiträge außerhalb des CAFRAD sind ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Erstellers eines Beitrages nicht gestattet. Diese Regelungen garantieren ein Höchstmaß an Vertraulichkeit und schnellen unbürokratischen Austausch zu wichtigen Themen. Aktuell wurde durch das Forum die Information über den MR-Zugang von Patienten mit Herzschrittmachern (siehe http://www.drg.de/de-DE/1196/schrittmacherpatienten-im-mr) angestoßen und ein Erfahrungsaustausch zu Prüfungen der Einhaltung der Vorschriften der Röntgenverordnung der Aufsichtsbehörden initiiert.

Der Zugriff auf die Datenbank der mittlerweile ca. 200 Chefarztkollegen ermöglicht es, Interessensgemeinschaften zu Industrieprodukten zu generieren oder schnelle Auskünfte z.B. über Gerätetechnologie durch Kollegen zu erhalten.


Auf die beschriebene Weise ist das CAFRAD zu einer wichtigen Gruppe innerhalb der radiologischen Gesellschaft geworden und entsendet in Person von Prof. Dr. Layer auch den gewählten Vertreter der Klinischen Krankenhausradiologie in den Vorstand der DRG. Die Gruppe fühlt sich allen Bereichen der Radiologie, egal ob Diagnostik oder Intervention, Neuro- oder Kinderradiologie und Arbeitsgemeinschaften der DRG in gleicher Weise verpflichtet und möchte zur Stärkung des Faches in jeder Beziehung beitragen.


Verfasser: Prof. Dr. Günter Layer, Ludwigshafen

veröffentlicht am Montag, 14. Oktober 2013